[Review] Infoveranstaltung an der JLU am 29. Juni 2016

Sackgasse Tierversuch
Sie sollte ursprünglich eine Podiumsdiskussion werden, die Informationsveranstaltung zum Thema Tierversuche, zu der sich am Mittwochabend in einem Hörsaal des Philosophikums II etwa 70 Interessierte versammelt hatten. In Zusammenarbeit mit dem AStA war dieser Abend von der Tierrechtsgruppe Gießen organisiert worden, die im Vorfeld breite Kreise der Tierversuchsbefürworter der JLU, darunter auch den Universitätspräsidenten, vergeblich zu einer Teilnahme an der geplanten Podiumsdiskussion zu gewinnen versucht hatte.
„Dies ist leider typisch und passiert seit Jahren überall dort, wo Podiumsdiskussionen zu diesem Thema veranstaltet werden sollen“ wusste Claus Kronaus, Geschäftsführer des Vereins Ärzte gegen Tierversuch e. V., zu berichten. In seinem Vortrag erklärte er, dass Tierversuche keinen Fortschritt mehr bringen, sondern diesen im Gegenteil eher hemmen. Dies liege an den unzureichenden Übertragbarkeiten sowohl von einer Spezies auf eine andere, als auch von künstlich und unter Laborbedingungen erzeugten Symptomen auf echte Krankheiten und deren Ursachen in einem realen Lebensumfeld.
Herr Kronaus stellte dem in seinem Vortrag verschiedene moderne Forschungsmethoden gegenüber. So konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer beispielsweise erfahren, dass Microchips inzwischen mit menschlichen Zellen verschiedener Organe bestückt werden können und diese dann auf eine Weise miteinander verbunden werden, die es erlaubt, einen menschlichen Organismus in klein zu simulieren und wesentlich treffsicherere Aussagen über die Wirkung und Verstoffwechslung zu testender Substanzen erlaubt, als dies durch Tierversuche möglich ist. Auch hochmoderne In-vitro Techniken, die den Nachbau komplexer Strukturen des menschlichen Körpers im Reagenzglas nachbilden und sogenannte In-silicio Techniken, bei denen ausgefeilte Computerprogramme Informationen zur Wirkung von Substanzen auf einen Organismus liefern, kamen zur Sprache.
Da die Grundlagenforschung am sogenannten Tiermodell nach Angaben der Pressestelle der JLU an der hiesigen Universität einen besonders hohen Stellenwert einnimmt, während diese Art der Forschung gleichzeitig gemäß verschiedenen von Herrn Kronaus angeführten Studien nur ca 0,024 % für konkrete Anwendungen verwendbare Ergebnisse hervorbringt, stellt sich die Frage, wann die Verantwortlichen der JLU umdenken – im Sinne einer fortschrittsorientierten Wissenschaft und nicht zuletzt zur Vermeidung von Leid der derzeit ca. 15 000 jährlich in der Gießener Forschung und Lehre eingesetzten Tiere.

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Der Gießener Anzeiger hat unserer Veranstaltung einen Artikel gewidmet. Den ausführlichen Text könnt ihr hier nachlesen.

 

„Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen zurück.“ (Pythagoras)

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2 Kommentare zu [Review] Infoveranstaltung an der JLU am 29. Juni 2016

  1. Reegan sagt:

    Thanks for coigirbutnnt. It’s helped me understand the issues.

  2. Guten Morgen! Dank für diesen großartigen Artikel.Ich mag Deine Webseite!

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