Selbstverständnis

Jeden Tag werden Millionen von nichtmenschlichen Tieren zur Befriedigung sekundärer menschlicher Bedürfnisse mit beispielloser Gewalt benutzt, gequält, getötet – und das ohne jegliche Lebensnotwendigkeit von menschlicher Seite. Sie werden nicht als die leidensfähigen Individuen behandelt, die sie sind, sondern müssen für fragwürdige Wünsche und den Genuss der Menschen herhalten. Dabei wird ihre Würde mit Füßen getreten und ihre eigenen elementaren Bedürfnisse denen der Menschen untergeordnet.
Der menschliche Umgang mit Tieren in unserer Gesellschaft entbehrt jeglicher moralischer Grundlage, Empathie und Respekt. Dabei beweist die neurobiologische Forschung ganz klar, dass sie empfindungsfähige Lebewesen sind sowie unter ihren bewussten Erlebnissen leiden können. Nichtmenschliche Tiere haben sowohl Gefühle als auch Interessen, so möchten auch sie schmerzfrei leben und frei sein und stehen menschlichen Eingriffen in ihr Leben nicht gleichgültig gegenüber.
Das entscheidende Kriterium für den fairen und gerechten Umgang mit jeglichen Lebewesen ist nicht ihre Intelligenz, Sprachfähigkeit oder Vernunft, sondern ihre Leidensfähigkeit.1 Wesen die Freude, Leid und Schmerz empfinden besitzen moralischen Status!

Recht auf Unversehrtheit wird bei uns sowohl Menschen als auch Tieren zugeschrieben. Wir treten für den Veganismus ein, eine Lebensweise, die den tierischen Interessen nicht entgegensteht, und möchten die Menschen dafür sensibilisieren, in Tieren nicht Fleisch-, Milch-, Kleidungslieferanten, Spielzeuge, Messinstrumente, Unterhaltungsobjekte oder Sportgeräte zu sehen.

Die Tierrechtsgruppe Gießen setzt sich ehrenamtlich für die Interessen und Rechte der Tiere ein und ist der Überzeugung, dass jedes Tier einen Anspruch auf physische und psychische Unversehrtheit, Freiheit und Würde hat. Wir wollen auf die Missstände in unserer Gesellschaft aufmerksam machen, in der Profit mehr zählt als das Leben, nicht nur das der Tiere, auch das der Menschen.

Durch Infostände, Vorträge und  Demonstrationen machen wir, auf das Leid der Tiere und die daraus resultierenden Pathologien (Hunger, Umweltzerstörung, Klimaerwärmung etc.) für den Menschen aufmerksam, um so einen Bewusstseinswandel hervorzurufen. Wir setzen uns beispielsweise ein für die Abschaffung des Pelzhandels (Unterstützung der Offensive gegen die Pelzindustrie), Forschung und Lehre ohne „Tierverbrauch“, Abschaffung der Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben, Zoos, Aquarien und Einstellung der Jagd etc.

Als Teil der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung sind wir emanzipatorischen Zusammenhängen verbunden und lehnen jede Form der Diskriminierung ab. Personen und Gruppen mit sexistischen, homophoben, rassistischen oder totalitär-religiösen Hintergründen sind ausdrücklich nicht erwünscht! Wir sind partei- und konfessionslos sowie basisdemokratisch organisiert und um Konsens bemüht. Menschenrechte und Tierrechte gehören für uns unzweifelhaft zusammen. Die Tierrechtsgruppe Gießen erklärt sich weltweit solidarisch mit Akteuren, die sich gleichsam diesen Zielen und Werten verpflichtet haben.

Alle, die sich aktiv für die Rechte der Tiere einsetzen wollen und Menschenrechte achten, sind jederzeit herzlich willkommen!

[1] Frei nach Jeremy Bentham.