Wir gegen Wiesenhof

Solidarität mit den acht SchlachthofbesetzerInnen von Bogen und Wietzen-Holte

„Wer im Stich läßt seinesgleichen, läßt ja nur sich selbst im Stich.“
Bertolt Brecht

Ende Februar und Anfang Mai wird acht Tierbefreiungs- und TierrechtsaktivistInnen aus ganz Deutschland vor dem Amtsgericht im bayrischen Straubing und vor dem niedersächsischen Landgericht Verden der Prozess gemacht. Ihnen wird „Sachbeschädigung“, „Nötigung“ und „Hausfriedensbruch“ vorgeworfen.

Solidarität kampagne gegen tierfabriken

Faktisch sitzen alle acht aber nicht wegen der Bagatelldelikte auf der Anklagebank, die ihnen zur Last gelegt werden, sondern wegen ihres Protests und Widerstands gegen die kapitalistische Ausbeutung und Tötung von Tieren durch Deutschlands Geflügel-Schlachter Nummer eins: die PHW-Gruppe. Das niedersächsische Unternehmen ist in der Öffentlichkeit besser bekannt unter dem Namen Wiesenhof, eine der PHW-Tochtergesellschaften und das Flaggschiff des Firmenimperiums der Kapitalistenfamilie
Wesjohann.

Blockaden und Besetzungen von Schlachtfabriken
Hintergrund der juristischen Verfahren sind zwei Aktionen des kollektiven zivilen Ungehorsams gegen den Wiesenhof-Konzern. Im Februar 2016 besetzen 30 TierbefreiungsaktivistInnen Baukräne und das Baubüro auf einer Baustelle in Bogen bei Straubing, verteilten Flyer und hängten Transparente auf. Dort sollte eine Hühnerschlachtfabrik wiederaufgebaut werden, die zuvor abgebrannt war. Sie ist Eigentum von Deutschlands führenden Geflügelfleischproduzenten. Sieben der 30 Beteiligten werden nun in Straubing dem Richter vorgeführt.

Im August 2016 wurde ebenfalls ein Schlachthof des Geflügelfleisch-Monopolisten im niedersächsischen Wietzen-Holte blockiert. Ein Aktivist nahm dabei auf einem LKW Platz und räumte ihn für mehrere Stunden nicht. Der Nienburger Amtsrichter Jan-Hauke Förtsch verurteilte ihn dafür zu drei Monaten Gefängnis ohne Bewährung. Der Justizbeamte war der Auffassung, eine besonders drakonische Strafe verhängen zu müssen, weil der Angeklagte mutmaßlich „in der Unrechtstradition politischer Straßenkämpfer wie der SA“ gestanden habe, „derer Methoden er sich im Kern bedient hat“. Gegen dieses Urteil beginnt im Mai am Landgericht Verden die Berufungsverhandlung.

Respekt, Solidarität und Unterstützung
Wir können das Handeln unserer FreundInnen und GenossInnen gut verstehen. Unzählige Male standen Tierrechts- und TierbefreiungsaktivistInnen schon vor Unternehmenstoren, ignoranten Konzernchefs oder FilialleiterInnen, die nur ihre Profite im Kopf haben, und teilnahmslosen PassantInnen. Wir sagen ihnen immer wieder, dass uns die Produktion, Verkauf und Verzehr von Fleisch von Wiesenhof und anderen nicht passt. Unsere FreundInnen und GenossInnen haben sich vor diesem Hintergrund entschieden, dafür zu sorgen, dass zumindest an einigen Orten das Schlachten beendet wird; dass das, was ihnen und uns nicht passt, auch nicht mehr länger geschieht.

Dafür gebührt ihnen größter Respekt, unsere Solidarität und Unterstützung.

Das Nachtreten der Staatsapparate wirkt angesichts 240 Millionen geschlachteter Vögel und einem Umsatz von knapp 2,5 Milliarden Euro im Jahr der PHW-Gruppe für das industrielle Töten wie eine Marotte bornierter BürokratInnen. Doch Repression ist ein notwendiges Übel im Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung von Mensch und Tier. Das haben auch die Verfahren und Gesetzesverschärfungen der letzten Jahre in Westeuropa und den USA gezeigt. Es war also nicht anders zu erwarten. Gesetz und Ordnung sind überall und immer Gesetz und Ordnung derjenigen, welche den etablierten Gesellschaftsbau schützen. Sie treffen jene, die ihn in Frage stellen.

Deswegen sitzen zwar acht vor den Richtern, aber die Anklage gilt uns allen. Wir werden uns aber nicht vom juristischen Schmierentheater beirren lassen. In der Geschichte sind nie grundlegende Fortschritte ohne Widerstand und außergesetzliche Mittel gemacht worden, sofern die gesetzlichen sich als unzulänglich herausgestellt haben. Was sind besetzte Kräne, blockierte Zufahrtswege und ein paar Transparente gegen Elektrowasserbäder für Puten und Hühner oder vollautomatisierte Schlachtstraßen? Was ist die Blockade eines Schlachthofs gegen den Bau eines Schlachthofs?

ErstunterzeichnerInnen:
Animal Climate Action, Animal Uni Tierbefreiungsgruppe der Berliner Hochschulen, Assoziation Dämmerung, Berliner Tierbefreiungsaktion, Bündnis Marxismus und Tierbefreiung, die tierbefreier e.V., Kampagne gegen Tierfabriken, Offensive gegen die Pelzindustrie, Tierbefreiung Hamburg, Tierfabriken-Widerstand, Tierrechtsgruppe Zürich, Tierrechtsinitiative Hamburg

Weitere UnterzeichnerInnen:
Twelve Monkeys – Vegankrams, Dr Pogo Veganladenkollektiv, Tierbefreiungsoffensive Saar e.V., Tierrechtsgruppe Gießen, Gerborg Glanz, Anarchistische Tierbefreiungsoffensive Kiel, Tierrechtstreff Münster

Mehr Infos unter:
http://kampagne-gegen-tierfabriken.info

Juristische Verfahren kosten Geld. Spendet auf folgendes Konto:
DE29 5139 0000 0092 8818 06VBMHDE5F
Volksbank Mittelhessen
Verwendungszweck: Kampagne gegen Tierfabriken (bitte unbedingt angeben)

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Kundgebung: Dezentrale Aktionswoche gegen Wiesenhof

Künstler: Hartmut Kiewert: https://hartmutkiewert.de/

Wir erklären uns solidarisch mit den Aktivist*innen und werden im Rahmen der dezentralen Aktionswoche, am 03. März – von 12:00 bis 17:00 Uhr – eine Kundgebung am Kreuzplatz (Kugelbrunnen) in Gießen, abhalten. Wir freuen uns über viele Aktivist*innen, die dem Soliaufruf folgen!

Immer wieder werden Menschen, die sich gegen die Ausbeutung von Wehrlosen einsetzten, belächelt, angefeindet und kriminalisiert. Es wird versucht sie mundtot zu machen und sie für die gezeigte Zivilcourage und ihr Hinsehen, zu bestrafen!

Der Wiesenhof Konzern tötet täglich Hunderttausende Tiere. Allein am Standort Wiesenhof-Mutterkonzern PHW_Gruppe in Wietzen (Landkreis Nienburg) werden derzeit 140.000 Tiere pro Tag getötet. In einer neu geplanten Anlage des Wiesenhof-Konzerns soll die Schlachtleistung auf 250.000 Tiere erhöht werden. Anderorts wurden die Schlachtungen einfach illegal erhöht.
Gleichzeitig nimmt der Konzern die Zerstörung der Natur und die Ausbeutung der dortigen Arbeiter*innen in Kauf.

Ein Tierbefreiungsaktivist wurde zu 3 Monaten Haft – ohne Bewährung – verurteilt, weil er sich auf einen Lkw des Konzerns gesetzt und ihn so an der Weiterfahrt gehindert haben soll. Gegen dieses Urteil wurde Berufung eingelegt und es kommt am 14. Mai in Verden zu einer erneuten Verhandlung.

Bereits am 28. Februar stehen zudem acht weitere Aktivist*innen in Straubing vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, sich an einer Besetzung der Baustelle der Wiesenhofschlachtfabrik in Bogen beteiligt zu haben.

Hier findet ihr den Aufruf zur Soli-Woche gegen Wiesenhof der Kampagne gegen Tierfabriken: http://kampagne-gegen-tierfabriken.info/

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Kundgebung gegen des Pelzhandel bei ESCADA

Vielen Dank an alle, die bei dem Aktionswochenende gegen den Pelzhandel bei ESCADA mitgemacht haben. Bei ESCADA in Frankfurt haben heute nicht die Kassen geklingelt und es gab viel Zuspruch durch Passant*innen. Wir sind uns sicher, gemeinsam machen wir ESCADA endgültig pelzfrei!

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